Schöpferisches Gestalten

Zeichnen, Malen und Plastizieren gehören zunächst in den Hauptunterricht und werden erst später epochenweise im Werkunterricht aufgegriffen und weitergeführt.

Die Arbeiten im künstlerisch-handwerklichen Bereich lassen sich wie folgt unterteilen:


Im Zeichnen, das immer ein Abstrahieren beinhaltet, ist die Ursprungsform vorgegeben. So setzen sich die Schülerinnen und Schüler von der ersten Klasse an mit Linien und Formen auseinander. Die gekrümmte Linie, Gerade, Winkel, Dreieck, Kreis, Spirale, etc. und ihre Gesetzmäßigkeiten können durch das innere Erleben erkannt und in der Umgebung wiedergefunden werden. Über das Formenzeichnen werden die Schülerinnen und Schüler hin zum Schreiben geführt und über das Zeichnen geometrischer Figuren, ihrer Durchdringungen und Projektionen zur Konstruktion von Perspektiven.

Das Malen unterstützt das Lesen lernen, denn beide Tätigkeiten münden in der Vorstellung, im selbst gemachten Bild. Im Malen ergibt sich die Form aus der Farbe. Im Erleben von Farbklängen und Farbharmonien beim gegenstandslosen Malen mit aufgelösten Farben auf Papier können Charakter und Bewegung der Farbe erkannt werden. Hier kann ganz individuell oder auch therapeutisch gearbeitet werden, da jedes Kind alles selbst tun muss und es anders macht als die anderen. Über das Malen von Stimmungen nähert man sich der Form und dem Gegenständlichen, wobei in den höheren Klassen zunehmend technische Gesichtspunkte hinzukommen.

Das Kind ist der eigene Plastizierer beim Aufbau seines Leibes von innen nach außen. So steigt auch beim Plastizieren mit Knetwachs, später dann Ton, die Form aus dem Inneren herauf. Das Formen mit der Hohlhand unterstützt dieses. Durch das Plastizieren wird neben dem Tastsinn besonders der Sehsinn geschult und die Grundlage eines Verständnisses für alles Lebendige, das nicht allein mit Logik zu fassen ist, gelegt.

Ab der 5. Klasse beginnt der Werkunterricht mit dem Bearbeiten des Werkstoffes Holz, in dem ein eigenes Werkzeug für das Schnitzen oder für den Gartenbau hergestellt wird. Das bisher Erfahrene im Zeichnen und Malen wird so durch das handwerkliche Element erweitert. Durch Schnitzen, Hämmern und Sägen wird beim Gestalten von Gebrauchsgegenständen (Löffel, Salatbesteck, o.ä.) die Beziehung zum Leben erhalten. In der Auseinandersetzung mit weiteren Materialien, wie z.B. Ton, Metall oder Stein und im Schaffen von komplizierteren Gegenständen, wie beweglichem Spielzeug und Schreinerarbeiten, werden Planung, zielorientierte Durchführung, Ausdauer und Geschicklichkeit geübt.