Hauptunterricht

Der Schulvormittag beginnt immer mit dem zweistündigen, so genannten Hauptunterricht, der in der Regel bis einschließlich Klasse 8 von den Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern erteilt wird.

Der Hauptunterricht gliedert sich in 3 Teile:


Der rhythmische Teil mit seinen Geschicklichkeits- und Körpererfassungsübungen, dem chorischen Sprechen, Singen und Flöten soll ganzheitlich fördern, aber auch soziale Kompetenzen stärken und der Einstimmung auf den Unterricht dienen. In der Wiederholung der Lieder und Verse über einen gewissen Zeitraum hin wird nicht nur das Gedächtnis, sondern auch der Wille geübt und eine innere Verbundenheit mit dem äußeren Tun bewirkt.

Im Epochenunterricht bildet ein Fach (z.B. Mathematik, Deutsch, Formenzeichnen, Geschichte, Naturwissenschaften, usw.) über mehrere Wochen den täglichen Schwerpunkt der Arbeit. Den gelernten Stoff fassen die Kinder in individuell gestalteten Lehrbüchern – ihren „Epochenheften“ – zusammen.

Der Unterrichtsstoff einer Epoche wird über möglichst viele Sinnesbereiche eingeführt, um die Inhalte ganzheitlich über Kopf, Herz und Hand an die Schülerinnen und Schüler heranzutragen. Die intensive Beschäftigung soll helfen, ganz in die Materie einzutauchen und den Stoff zu verinnerlichen. Während der folgenden Epochen mit anderer Thematik kann er absinken und weiterverarbeitet und werden. So kann er verwandelt in der nächsten gleichlautenden Epoche wieder aktiviert werden.

Lehrplan für die Hauptunterrichts-Epochen an Waldorfschulen

Der Erzählteil schließt den Hauptunterricht ab und bildet mit seinen Geschichten, die an der Entwicklungsstufe und der jeweiligen Epoche orientiert sind, einen Ausgleich zum Arbeitsteil.

Aller Unterricht wird getragen von der Achtung vor der Schöpfung und ihrem Schöpfer. Die Natur, der Jahreskreislauf und die christlichen Jahresfeste werden intensiv in den Schulalltag mit einbezogen.

An den Hauptunterricht schließt sich der Fachunterricht an, der von Fachlehrkräften erteilt wird. Im Fachunterricht ergänzen sich praktisches Tun (Handarbeit, Spielturnen, Sinnesschulung), künstlerische Bewegung (Eurythmie, Malen, Singen und Musizieren) und das Üben der beiden Fremdsprachen ab Klasse 1.

Bedingt durch das Streben der Jugendlichen nach eigener Lebensgestaltung und Urteils­bildung vom 14. Lebensjahr an, bekommen viele Unterrichtsfächer ab Klasse 9 einen zunehmend wissenschaftlicheren Charakter.